„Evolution – Irrweg moderner Naturwissenschaft?“

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Sendung über das Buch „Evolution-Irrweg moderner Naturwissenschaft?“ von Dr. Henning Kahle wurde am 20. Dezember 1999 im StadtRadio Göttingen ausgestrahlt.

Freudig war, vor vielen Jahren,

Eifrig so der Geist bestrebt,

Zu erforschen zu erfahren,

Wie Natur im Schaffen lebt.

Und es ist das ewige Eine,

Das sich vielfach offenbart;

Klein das Große, groß das Kleine,

Alles nach der eigenen Art?

Immer wechselnd, fest sich haltend,

Nah und fern und nah,

So gestaltend, umgestaltend-

Zum Erstaunen bin ich da.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Sprecherin:

Geben Sie es zu, Sie haben sich gerade gefragt, was denn dieses Goethe-Zitat mit der Evolution zutun hat.

Goethe und Evolution?

Johann Wolfgang von Goethe fragte sich genau wie viele Deutsche heute:

Wer hat mich gemacht?

Wie bin ich entstanden?

Die Evolution ist für die meisten Deutschen eine Antwort auf diese Frage.

Sie glauben, dass sich alle Lebewesen aus einfachen Organismen entwickelt haben.

Ist die Evolution aber tatsächlich erwiesen?

Was wissen wir tatsächlich über Evolution?

Gibt es Zweifel an der Evolution?

Einer, der sich kritisch mit der Evolution auseinandergesetzt hat, ist der Biologe Dr. Hennig Kahle. Der Lehrer für die Fächer Biotechnik und Chemie ist Autor des Buches „Evolution-Irrweg moderner Naturwissenschaft?“.

Das Buch „Evolution – Irrweg moderner Naturwissenschaft?“ist bereits 1980 das 1. Mal erschienen. In diesem Jahr erschien die 4. Neuauflage (1999).

Ich hatte Gelegenheit mit Dr. Henning Kahle über sein Buch zu sprechen.

Meine erste Frage an Dr. Kahle war:

Gibt es wesentliche Änderungen in der Neuauflage?

Dr. Henning Kahle:

Nein. Die Kernaussagen des Buches sind unverändert gültig und sie haben sich ja auch in den letzten Jahren nicht verändert oder an Aktualität verloren. Neu hinzugekommen ist jetzt in dieser Auflage ein Vorwort des Genetikers Dr. Wolf-Ekkehard Lönnig. Darin sind auch eine Fülle von Hinweisen auf weiterführende Fachliteratur gerade aus der jüngsten Zeit enthalten und es ist ein Nachwort dazu gekommen von Filmproduzenten Fritz Poppenberg.

Sprecherin:

Die Erforschung der Evolutionstheorie ist in den letzten Jahren fortgesetzt worden.

Was versteht man heute unter dem Begriff Evolution?

Dr. Henning Kahle:

Also der Begriff Evolution ist sehr vielfältig. Es gibt kosmische Evolution. Es gibt kulturelle Evolution. Es gibt chemische Evolution, aber wir reden ja hier über die biologische Evolution und dahinter verbirgt sich bis heute die Theorie des Darwinismus bzw. Neodarwinismus. Unter Evolution in diesem Sinne versteht man die allmähliche Höherentwicklung der Lebewesen und zwar vom einfachsten Einzeller bis eben zum Menschen hin. Gemeint ist damit ein langsames Auseinanderhervorgehen der Lebewesen und zwar mit immer neuen Eigenschaft gelenkt durch Zufallsmechanismen wie zum Beispiel Mutation oder Selektion.

Sprecherin:

Ihr Buch setzt sich ja kritisch mit der Evolutionstheorie auseinander. Heißt dies, dass Sie die Evolution gänzlich ablehnen?

Dr. Henning Kahle:

Nein. Denn man kann ja viele Evolutionsvorgänge durchaus gut beobachten. Ich denke das beispielsweise an die verschiedenen Schnabelformen und Fressgewohnheiten der Darwinfinken auf den Galapagosinseln. Das sind Vorgänge auf der Ebene der „Art“, der „Unterart“ oder der „Rassebildung“. Das lässt sich alles recht gut experimentell nachweisen, wie eine veränderte Verhaltensweise oder eine Anpassung an einen Lebensraum entsteht. Solche Vorgänge gehören in den Bereich der sogenannten Mikroevolution, wie man das heute nennen würde und sie sind heute gut erklärbar. Aber niemand konnte bisher beobachten oder auch experimentell nachweisen wie etwa ein Auge oder sagen wir mal eine Vogelfeder oder aus dem Pflanzenreich die Fangvorrichtung des Sonnentaus entstanden ist. Solche Vorgänge würden in den Bereich der Makroevolution gehören.

Und hier kann ich der Evolutionstheorie eigentlich nicht mehr folgen, denn da verlässt sie den Boden der Fakten verlässt. Man arbeitet dann mit anderen Methoden wie zum Beispiel der vergleichenden Anatomie. Man vergleicht also beispielsweise all die Augentypen miteinander, die im Tierreich vorkommen und aufgrund ihrer größeren Ähnlichkeit der weniger großen Ähnlichkeit ordnet man sie in eine Reihe ein. Die Tiere deren Augen am ähnlichsten sind, müssen auch am engsten verwandt sein. So die Theorie. Ob sie aber tatsächlich wirklich von einander abstammen, dass weiß natürlich niemand.

Sprecherin:

Die Evolutionstheorie behauptet ja, dass sich neue Arten durch Mutationen, also erbliche Veränderungen, entwickelt hätten.

Wie wichtig sind Mutationen tatsächlich für die Entwicklung neuer Arten?

Dr. Henning Kahle:

Ja, Mutationen sind Veränderungen des genetischen Materials. Sie passieren spontan, zufällig, ungerichtet. Also es ist nicht bekannt, dass sie irgendwo koordiniert stattfinden würden und sie greifen dabei jeweils in voll funktionsfähige Gene ein, aber sie erklären aber nicht, wieso es diese Gene gibt oder woher sie stammen. Untersuchungen zeigen übereinstimmend, dass weit über 99,9 % aller Mutationen Defekte auslösen, dass heißt, also schädlich sind, oder aber für den Organismus ohne Auswirkung bleibt, also unmerklich und dass ergibt unterm Strich, dass Mutationen für die vermutete Evolution ziemlich wenig Bedeutung haben. Wenn man darauf vertrauen würde, dass durch Mutationen ein Evolutionsfortschritt erzielt würde, wäre das ungefähr so, wie die Ziehung des großen Loses unter Millionen Nieten.

Vielleicht hierzu ein Beispiel, dass gut untersucht ist. Die Taufliege Drosophila. Man hat von dieser Fliege Tausende von Mutanten künstlich erzeugt und alle mögliche Ergebnisse erzielt: veränderter Augenfarbe, Flügelform bis hin zu ganz grotesken Missbildungen.

… Aber kein einziges dieser Mutanten hat wirklich einen Hinweis erbracht dass da neue Insektentypen entstanden wären. Alle Mutanten gehören zur gleichen Art wie auch die Drosophila – Vorfahren. Und das zeigt eigentlich bei Tausenden von Mutanten, wie wenig hier an Fortschritt überhaupt erzielt werden kann. Und man dazu einschränkend auch sagen, diese Mutanten können ja nur unter der schützenden Hand des Wissenschaftlers im Labor existieren. Wie wäre das, wenn diese Tiere draußen in freier Wildbahn leben müssten? Dann würden sie unter den Konkurenzbedingungen verschwinden, so wie Seifenblasen im Wind. Und das bedeutet einfach unterm Strich: Die meisten Mutanten sind in der Natur nicht überlebensfähig.

Ich darf an dieser Stelle auf den Film von Fritz Poppenberg verweisen mit dem Titel „Hat die Bibel doch recht?“ Untertitel: Der Evolutionstheorie fehlen die Beweise. Ich war für diesen Film als Berater tätig.

Der Film wurde vor wenigen Wochen mit einem Medienpreis ausgezeichnet.und wir könnten in diesen Film einmal kurz einblenden.

Der Genetiker Dr. Ekkehard Lönnig vom Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln [Anm.: in Vorruhestand gegangen] berichtet hier über seine Versuche, die er mit der Saaterbse durchgeführt hat. Hören wir doch mal rein:

Dr. Ekkehard Lönnig:

Wir haben hier die bekannte afila-Mutante von Pisum sativum, der Saaterbse und wenn Sie einmal die Blätter genauer ansehen, dann stellen Sie fest, daß die Fiederblätter nicht mehr vorhanden sind und statt dessen werden lauter Ranken ausgebildet. Im Hintergrund ist die normale Erbse mit normalen großen Fiederblättern, die man hier sieht und die Ranken nur am Ende. Man hört sehr viel heutzutage von positiven Mutationen. Die Frage ist jetzt in diesem Zusammen hang, positiv für wen? Positiv in Bezug worauf?

Wir Menschen, wir können diese Mutante bestens gebrauchen, wie durch diese ungeheure Menge von Ranken, die gebildet werden, braucht diese Erbse keine zusätzliche Methode, um aufrecht wachsen zu können, sondern kann sich selbst gegenwärtig festhalten. In der Natur jedoch ist es ein Verlust. Eine solche Erbse hat keine Chance in der Natur sich durchzusetzen.

Sprecherin:

Nehmen wie einmal an, dass sich viele positive Mutationen durchsetzen konnten und es hätte sich an einem Organismus ein vollständiges Ohr bilden können.

Welchen Nutzen hätte dieses Ohr in der gegenwärtigen Situation?

Dr. Henning Kahle:

Ja, dass ist ein gutes Beispiel. Wer jetzt zuhört, gebraucht in der Tat ein hochkomplexes Organsystem. Vielleicht können wir uns kurz verdeutlichen, was der Vorgang des Hörens eigentlich ausmacht. Also die Schallübertragung vom Außenohr bis zum Gehirn. Der Schall trifft auf der Ohrmuschel wird durch den Gehörgang bis zum Trommelfell geleitet. Das ist eine sehr dünne Membran, kaum ein 10tel Millimeter dick und überträgt den Schall auf die Gehörknöchelchen des Mittelohrs. Also dort wird der Schall dann auf mechanische Weise weitertransportiert und dann zum Ovalenfenster, dem sogenannten und von dort schließlich in das Innenohr, dort wird der Schall wieder auf einer andern Form weiter transportiert, nämlich über eine Lymphflüssigkeit im Innenohr in der Schnecke, der sogenannten und von dort dann auf Hörhärchen übertragen von denen es etwa 25 000 im menschlichen Ohr gibt. Diese Hörhärchen senden den Schall dann weiter auf die Hörnerven, die dann elektrische Impulse zum Gehirn weiterleiten und erst dann hören wir, in dem wir verstehen. Selbst dieser komplexe Vorgang für sich allein würde ja so noch nichts nützen, wenn er nicht in den ganzen Organismus eingebunden wäre. Also er müsste verbunden sein, vielleicht mit optischen Wahrnehmungen, müsste verbunden sein mit Erinnerungen oder auch mit Gefühlen, sodass das was man hört schließlich als Gedanke verstanden wird, und dann überhaupt eingeordnet werden kann.

(Musikakzent)

Sprecherin:

Ergeben denn nicht kleine mikroevolutive Schritte, also Mutationen, und viel Zeit doch noch eine Makroevolution? Vielleicht muss nur einfach sehr viel Zeit vergehen, damit eine neue Art entsteht?

Dr. Henning Kahle:

Diese Frage hört man sehr häufig. Diese Überlegung erweist sich als immer mehr als Illusion. Vergleichen Sie doch zum Beispiel mal die Biologielehrbücher von heute mit denen vor sagen wir vor 30 oder vor 50 Jahren. Die vermutlichen Evolutionszeiträume, die da vermerkt sind, wurden immer wieder um Jahrmillionen verlängert. Denn die prüfbaren Mechanismen, die Mutation, Selektion haben sich immer weiter als unzureichend erwiesen und man versuchte dann die Theorie durch das Argument der langen Zeit zu retten. Aber nun haben wir in zwischen 70 Jahre Mutationsforschung hinter uns und die Ergebnisse sprechen inzwischen eine klare Sprache. Und auch mathematisch betrachtet. Die Zufallsentstehung komplexer Organe wie zum Beispiel des Gehörs, egal wo, ob im Tier oder im Pflanzenreich bleibt extrem unwahrscheinlich.

Sprecherin:

In Ihrem Buch, Herr Kahle, sprechen, Sie von Rückmutationen.

Heißt das, dass die Urform eines Organismus wiederhergestellt wird?

Welches Beispiel können Sie hierfür nennen?

Dr. Henning Kahle:

Von Rückmutationen hört man im Allgemeinen nicht sehr viel, aber Rückmutationen wurden bei Bakterien z.B. auch bei verschiedenen Pflanzenarten, bei Insekten und bei Säugetieren beobachtet. Es ist zwar noch nicht so ganz klar, wie häufig sie vorkommen. Das ist noch in Untersuchung begriffen, aber in jedem Fall stellen Rückmutationen die These in Frage, dass die Evolution nicht umkehrbar sei. Denn offenbar können Mutationen ja doch rückgängig gemacht werden und korrigiert werden. Allem Anschein nach müssen wir davon ausgehen, dass diese Rückmutationen eine Art Reparaturmechanismus sind und das spricht dafür dass Kräfte da sind, die die Stabilität der Gene erhalten können. Ein Organismus kann sich also durchaus gegen Mutation schützen und damit auch die Mutationsrate senken.

Sprecherin:

Nun gut, wenn die Mutationen schon nicht zu einer neuen Art führen, dann bleibt noch das Argument der Selektion, der natürlichen Zuchtwahl.

Der Birkenspanner wird ja oft als Beispiel für die Selektion genommen. 1848 fing man erstmalig einen schwarzen Birkenspanner. Vorher waren nur die weißen Birkenspanner bekannt.

Dr. Henning Kahle:

Ich würde hierzu gerne mit einem Zitat aus dem Buch „Evolution – Ein kritisches Lehrbuch“ von Dr. Reinhard Junker und Prof. Dr. Siegfried Scherer antworten. Dieses Buch ist 1998 als völlige Neubearbeitung im Weyl-Verlag erschienen. Das ist übrigens auch ein Schulbuch-Verlag und auf Seite 72 in diesem Buch heißt es dazu, dass nicht der Schluss gezogen werden könne, dass sich tatsächlich eine Evolution im Sinne einer Neuentwicklung abgespielt hätte. Die dunklen Formen des Birkenspanners seien schon immer vorhanden gewesen. Selbst wenn man von einer mutativen Entstehung ausginge, könne nur von einer Mikroevolution gesprochen werden. Auch die helleren Formen besäßen den dunkelbraunen Farbstoff Melanin. Tatsächlich läge eine Änderung in der Steuerung in der Melaninsynthese und -verteilung im Flügel vor.

Also ich kann diese Ausführungen zum Birkenspanner-Beispiel nur bestätigen. Der sog. Industriemelanismus, also das Auftreten dieser „schwarzen“ Schmetterlinge in Industriegebieten, hat möglicherweise gar nichts mit Mutationen zu tun. Vielmehr nehmen die schwarzen Schmetterlinge nur zahlenmäßig so sehr zu, dass sie fast 100% der Population , also der Artengemeinschaft an den Standort wo sie leben ausmachen, während die weißen Schmetterlinge nur noch weniger als 1% ausmachen. Das genetische Potential zu der Ausbildung geht verloren bei diesen schwarzen Tieren. Die weißen Schmetterlinge können schon in der nächsten Generation viel häufiger auftreten und dazu muss man sich noch klarmachen, dass die dunklen oder schwarzen Formen gar nicht nur als Anpassung an industriell verschmutzte Regionen vorkommen, sondern diese Tiere gibt es auch in ganz anderen Teilen der Erde auch da wo gar keine Industrie angesiedelt ist. zum Beispiel in Nordkanada oder Neuseeland.

Sprecherin:

Selektion heißt aber vor allem natürliche Auslese. Wer sich Umweltbedingungen besser anpassen kann, überlebt.

Wem dies nicht gelingt, der stirbt langsam aus.

Dass das in der Natur ständig stattfindet, wollen Sie doch wohl nicht bestreiten oder?

Dr, Henning Kahle:

Nein, das möchte ich nicht bestreiten, aber die Frage ist doch dabei: Was sagt dieses wirklich über Evolution aus? Nehmen wir doch mal das drastische Beispiel von flügellosen Insekten, die zum Beispiel auf verschiedenen Inselgruppen im Pazifik vorkommen. Normalerweise sind Flügel eine optimale Anpassung an die Fortbewegung in der Luft und niemand würde annehmen, dass Flügel auch ein Nachteil sein können. Das ist aber für Flügelbesitzer die auf kleinen Meeresinseln wohnen tatsächlich der Fall. Sie sind ständig in der Gefahr bei Stürmen aufs Meer getrieben zu werden und so umzukommen. Flügellose Insekten sind in dieser besonderen Umgebung dann besser angepasst und durch Sektion überleben eben diese Tiere daher eher und besser als Insekten mit Flügeln. Dieses Beispiel zeigt dann also, wie drastisch sich ein spezieller Selektionsdruck hier bedingt durch diese Inselsituation auswirken kann. Selektion kann aber nur da wirksam werden, wo es eben schon vollständige Flügel gibt. Flügel sind auch mal wieder eine hochkomplizierte Strukturen. Woher sie aber stammen, was ihr Ursprung ist, wird durch die Selektion eigentlich nicht weiter erklärt. Das ist aber die Frage, die die Evolutionstheorie beantworten müsste. Man könnte es vielleicht auch noch anders vergleichen, das wäre etwa so, als wenn jemand auf die Frage, warum ein Baum Blätter hat, antworten würde: „Ja, weil der Gärtner sie nicht abgeschnitten hat. Also zusammenfassend vielleicht so: Selektion ist eigentlich nur ein Anpassungsmechanismus oder ein Aussonderungsmechanismus, aber Selektion kann nicht als evolutive Kraft, in Richtung auf eine Höherentwicklung betrachtet werden.

Sprecherin:

Die Darwinschen Finken auf den Galapagosinseln unterscheiden sich durch ihre Fressgewohnheiten, Fresstechniken, Gefiedergröße u. Schnäbel von anderen Finken. Darwin schrieb deshalb von einer Höherentwicklung.

Sind diese Finken tatsächlich ein Beispiel echter Evolution also Makroevolution?

Dr. Henning Kahle:

Nein, das kann man nicht sagen, Es handelt sich nur um Mikroevolution.

Der Molekularbiologe Prof. Scherer hat das gut auf den Punkt gebracht. Ich kann mich dem was er dazu gesagt nur anschließen. Blenden wir uns doch noch einmal in seine Aussagen in diesem Film „Hat die Bibel doch recht? Der Evolutionstheorie fehlen die Beweise“ ein:

Prof. Siegfried Scherer:

Die Frage ist, ob die Darwinfinken ein Beispiel für echte Evolution, das heißt Makroevolution sind. Wir unterscheiden zwei verschieden Typen von Evolutionsvorgängen: Einmal die Mikroevolution auf einer Komplexitätsebene. Man könnte auch sagen, Mikroevolution, das ist horizontale Evolution. Da wird nichts komplexer, es können unterschiedliche Arten entstehen, wie zum Beispiel verschiedene Darwinfinken-verschiedene Hunderassen, verschiedene Taubenrassen.

Das bleibt alles auf einer Komplexitätsebene. Und dann gibt es den Begriff der Makroevolution, der Höherentwicklung, ich nenne das auch vertikale Evolution von einfachen hin zum immer Komplizierteren.

Wir haben viele Beispiele für Mikroevolution und die Darwinfinken sind ein typisches Beispiel für Mikroevolution.

Für Makroevolution haben wir keinen einzigen Beleg, keinen einzigen experimentellen Beleg.

(Musikakzent)

Sprecherin:

Ein weiteres Argument für die Evolution sind die Fossilien. Versteinerte Reste von Tieren und Pflanzen sollen die Evolution stützen.

In Südafrika ist ein Fossil gefunden worden, dass die Lücke zwischen Reptil und Säugetier schließen soll. Was kann man tatsächlich anhand von Fossilfunden beweisen?

Dr. Henning Kahle:

Fossilien sind sozusagen die einzigen Dokumente darüber, wie Lebewesen vergangener Zeitalter aussahen. Manche Hörer mögen ja vielleicht Fossilien sammeln. Wenn ich jetzt so ein Fossil hier auf dem Tisch liegen habe, dann weiß ich ja noch nicht automativ, wie es entstanden ist. Vielleicht weiß ich welche Art es ist oder in welcher Gesteinsschicht dieses Fossil gefunden wurde oder welche anderen Organismen ebenfalls in dieser Gesteinsschicht oder darüber oder darunter gefunden wurde, aber dann bin ich doch wieder auf die Methode der vergleichenden Anatomie angewiesen. Aber wie schon gesagt aus Ähnlichkeiten allein, kann man ja nicht automatisch auf Blutsverwandtschaft schließen. Das wäre nicht ohne weiteres erlaubt. Nun ist es ja häufig so, dass man in tieferen Geologischen Schichten die sogenannten primitiven Organismen findet und in Gesteinsschichten weiter oben darüber liegend, die sogenannten höherentwickelten Lebewesen. Obwohl diese Reihenfolge keineswegs immer so ist. Ob und wieweit sie auseinander hervorgegangen sind, dass erklärt sich ebenfalls nicht von selbst, sondern das muss gedeutet werden, interpretiert werden. Vielleicht auch wieder ein Beispiel dazu. In der Schicht des Kambriums, also eines Erdzeitalters, deren Alter man auf etwa 600 Millionen Jahre schätzt, finden sich neben Einzellern Fossilien praktisch aller Stämme der Wirbellosentiere und all diese Fossilien zeigen fertige vollausgebildete Tiere und das sind nicht wenige, im Grunde massenhaft. Darunter liegende Schichten also im sogenannten Präkambrium sind dagegen fast völlig frei von Fossilien. Wo sind die Übergangsformen? Man findet sie nicht. Und wie soll man das dann interpretieren? Der Gedanke an eine Schöpfung also durch eine intelligentgesteuerte Konstruktion all dieser Formen kann sicher da nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Und auch in höherliegenden Gesteinschichten kommt das verschiedentlich vor. Vor allem pflanzliche Organismengruppen treten sprunghaft auf. Darwin wusste das auch. Er hat es dann unter die Phänome eingeordnet, die für ihn ein „scheußliches Geheimnis“ blieben. Bis heute sind eine Fülle von Fossilien zu Tage gefördert worden, aber es bestätigt sich offensichtlich immer wieder, dass die Tier- und Pflanzengruppen plötzlich, sprunghaft ohne erkennbare Vorfahren.

Sprecherin:

Aber es gibt doch zahlreiche Bindeglieder wie zum Beispiel den Archeopterix. Solche Funde sind doch schlüssige Belege für die Evolutionstheorie.

Dr. Henning Kahle:

Die Evolutionstheorie bedeutet ja eine langsame kontinuierliche Höherentwicklung, das heißt also immer wieder neue Änderungen und Verwässerungen müssten stattgefunden haben und dementsprechend müssten auch millionenfach Übergangsformen zu finden sein. Fakt ist aber, dass dies nicht der Fall ist. Im Gegenteil man findet sogar nur extrem wenige Übergangsformen und diese wenigen sind dann außerdem noch umstritten. Das gilt sogar für den berühmten Urvogel Archeopterix. Der ja als Bindeglied zwischen Reptil und Vögeln gilt. Nach wie vor bis heute. Aber es gibt inzwischen neuere Funde, die ihn als Bindeglied doch etwas in Frage stellen, denn man hat in Gesteinsschichten die älter sind als diejenigen, in denen man den Archeopterix gefunden hat inzwischen komplett ausgebildete Vögel nachgewiesen hat. Das würde also schlecht zusammenpassen, demnach müsste dann der Archeopterix ein vollständiger echter Vogel gewesen sein. Wenn man seine Merkmale zum Beispiel die 100% ausgebildeten Federn oder Flügel betrachtet, würde man auch sagen. Es müsste ein Vogel sein. Bleiben noch die sogenannten Reptilienmerkmale, für die man vielleicht etwas andere Erklärungen finden müsste.

(Musikakzent)

Sprecherin:

Jetzt mal zu einem ganz anderen Thema. Herr Dr. Kahle hat Ihrer Meinung nach die Evolutionstheorie die Werte der Menschen nachhaltig beeinflusst?

Dr. Henning Kahle:

Also, das ist mit Sicherheit so. Die Evolutionstheorie hat den gesamten Zeitgeist des 20. Jahrhunderts geprägt und das bedeutet auch, das diese Theorie letztlich alle Wissenschaften durchdrungen hat. Nicht nur die Naturwissenschaften, sondern auch die Geisteswissenschaften und viele gesellschaftliche Bereiche. Man könnte vielleicht verschiedene Aspekte dazu nennen. Darwin machte ja für die Erklärung der Organismenwelt kein übernatürliches Prinzip mehr verantwortlich. Der Ursprung des Lebens wurde also rein materiell, das heißt also auch ohne irgendein göttliches Einwirken erklärt. Das passte in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts als man sich sowieso zum Beispiel von der Religion immer mehr abwandte oder auch ganz andere Werte wurden beeinflusst. Die Darwinschen Schlagworte sind „Survival of the Fittest“ sind gut bekannt, also das Überleben der Tüchtigsten und allein dieses Prinzip hat zum Beispiel die Wirtschaftswelt erheblich beeinflusst, das Prinzip des ungehemmten Wettbewerbs ist dadurch stark beflügelt worden oder vielleicht noch ein ganz anderer Aspekt. Auch das Stichwort Sozialdarwinismus gründet sich letztlich auf die Evolutionstheorie. Und der Sozialdarwinismus hat geführt bis hin zur Rassenpolitik von Hitler und hat auch Antisemitismus begünstigt. Auch das ist wohl glaub ich keine Frage.

Sprecherin:

Herr Dr. Kahle, Sie stehen ja mit Ihrer Meinung ziemlich alleine da.

Wie haben Ihre Kollegen auf Ihr Buch reagiert?

Dr. Henning Kahle:

Also manchmal sehr gegensätzlich oder sogar heftig. Zum Beispiel gleich nach Erscheinen des Buches wurde ich von einem Lehrstuhlinhaber an der Uni Bielefeld Bereich Zoologie in ein sehr hitziges Gespräch verwickelt und dieser Professor versuchte also ganz aus der Perspektive des Neodarwinismus zu argumentieren und meine Argumente nieder zu machen. Ich glaube am liebsten hätte er mein Buch verbrannt.

Aber wenige Tage später habe ich einen Dozenten derselben Fakultät dergleichen Uni getroffen, der mir dann sagte: „ Herr Kahle das ist ein sehr beachtliches Buch, das Sie da geschrieben haben“. Selten hätte er die Kritik an der Evolutionstheorie so klar und sachlich formuliert bekommen. Und dieser Dozent hat dann mein Buch also als Quellenmaterial in den Seminaren mit den Studenten, die er führte verwendet. Das zeigt vielleicht. Beide Herren Wissenschaftler, beide waren Biologen, beide waren aber völlig unterschiedlicher Meinung in der Bewertung meines Buches und das hat mir schon damals auch sehr klar gemacht, wie stark Weltanschauung in diese Frage der Evolution reinspielt und das keineswegs alle erwiesene Tatsachen sind.

Sprecherin:

Zum Abschluss noch eine etwas ketzerische Frage:

Was lehren Sie als Biologielehrer Ihre Schüler?

Dr. Henning Kahle:

Natürlich behandle ich zum Thema „Evolution“ das, was im Lehrplan und im Lehrbuch steht. Allerdings muss ich sagen aus einer kritischen Distanz heraus, die ich meinen Schülern auch gerne so weitergeben möchte. Es ist natürlich keine Frage, die Evolutionstheorie ist heute die herrschende wissenschaftliche Lehrmeinung. Das ist unbestritten. Aber die Schüler sollen auch klar verstehen, dass es sich hier nicht um wissenschaftlich erwiesene Wahrheit handelt, sondern das die Evolutionstheorie in erster Linie eine Naturphilosophie ist oder eine Weltanschauung oder noch überspitzter gesagt, vielleicht eine moderne Ersatzreligion.

Sprecherin:

So weit zu dem Gespräch mit dem Biologen Dr. Henning Kahle.

Die Frage, ob der Mensch durch die Evolution oder durch Schöpfung entstanden ist, ist nicht neu.

Auch Johann Wolfgang von Goethe machte sich so seine Gedanken:

Freudig war, vor vielen Jahren,

Eifrig so der Geist bestrebt,

Zu erforschen, zu erfahren,

Wie Natur im Schaffen lebt.

Und es ist das ewige Eine,

Das sich vielfach offenbart;

Klein das Große, groß das Kleine,

Alles nach der eignen Art;

Immer wechselnd, fest sich haltend,

Nah und fern und nah,

So gestaltend, umgestaltend-

Zum Erstaunen bin ich da.

(C) Ingeborg Lüdtke

Fritz Poppenberg genehmigte freundlicherweise den Abdruck der Texte aus seinem Film “Hat die Bibel doch recht?“.

Anmerkung: Dr. Henning Kahle, Prof. Dr. Siegfried Scherer, Dr. Ekkehard Lönnig und Fritz Poppenberg sind keine Kreationisten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.